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Wenn ich „unter Leuten“ bin…

unterleuten-kl…lese ich eher selten. Schade eigentlich. Denn der neue Roman von Juli Zeh hat es mir schon nach drei Seiten angetan.

„Unterleuten“ von Juli Zeh – erschienen im Verlag Luchterhand.
Als das Buch auf den Markt kam, hatte ich schon einige Vorabrezensionen gelesen und fühlte mich sofort in meine alte Heimat versetzt. Zwar nicht Ost- sondern West-Deutschland, aber genau so engstirnig und kleingeistig. Dorf mit weniger als 200 Einwohnern, 49 Häuser, 5 Straßen – mitten in der Wallachei.

Das sagt der Verlag:
Manchmal kann die Idylle auch die Hölle sein. Wie das Dorf „Unterleuten“ irgendwo in Brandenburg. Wer nur einen flüchtigen Blick auf das Dorf wirft, ist bezaubert von den altertümlichen Namen der Nachbargemeinden, von den schrulligen Originalen, die den Ort nach der Wende prägen, von der unberührten Natur mit den seltenen Vogelarten, von den kleinen Häusern, die sich Stadtflüchtlinge aus Berlin gerne kaufen, um sich den Traum von einem unschuldigen und unverdorbenen Leben außerhalb der Hauptstadthektik zu erfüllen. Doch als eine Investmentfirma einen Windpark in unmittelbarer Nähe der Ortschaft errichten will, brechen Streitigkeiten wieder auf, die lange Zeit unterdrückt wurden. Denn da ist nicht nur der Gegensatz zwischen den neu zugezogenen Berliner Aussteigern, die mit großstädtischer Selbstgerechtigkeit und Arroganz und wenig Sensibilität in sämtliche Fettnäpfchen der Provinz treten. Da ist auch der nach wie vor untergründig schwelende Konflikt zwischen Wendegewinnern und Wendeverlierern. Kein Wunder, dass im Dorf schon bald die Hölle los ist …

Mit „Unterleuten“ hat Juli Zeh einen großen Gesellschaftsroman über die wichtigen Fragen unserer Zeit geschrieben, der sich hochspannend wie ein Thriller liest. Gibt es im 21. Jahrhundert noch eine Moral jenseits des Eigeninteresses? Woran glauben wir? Und wie kommt es, dass immer alle nur das Beste wollen, und am Ende trotzdem Schreckliches passiert?

 

*Beitragsbildquelle: daserste.de

2 Kommentare zu „Wenn ich „unter Leuten“ bin…

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