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Rabenmutter, ich…

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Meine Tochter wird demnächst offiziell Teenager und besucht seit einiger Zeit ein Gymnasium. Diese Schule unternimmt regelmäßig Skifreizeiten – als Klassenfahrtersatz. Sehr schön, sehr sportlich – es handelt sich schließlich um ein Sportgymnasium – und sehr teuer. Aber man wird ja bereits bei der Schulanmeldung mehrfach darauf hingewiesen, dass diese Reise obligatorisch sei und man ja schon mal anfangen könnte zu sparen, wenn man sonst Probleme mit der Reisefinanzierung hätte.
Sehr freundlich. Danke.
Aber: die Kinder haben einen Riesenspaß und freuen sich darauf – trotz der fast 11-stündigen Busfahrt, die sie auf sich nehmen müssen. und darum freue ich mich mit ihnen.
Alles schön und gut. Wenn denn nicht…. genau, jetzt kommt das ABER 🙂

…wenn denn nicht die dazugehörigen Elternabende wären, die ich, so gut es geht, versuche zu meiden.
Bei dem zu dieser Skifreizeit gehörigen, hatte ich kurzzeitig das Gefühl, auf einer Veranstaltung im Kindergarten zu sein- die Kleinkinder machen ihren ersten Ausflug.

Fragt sich nur, wer hier zu den Kleinkindern gehört – oder sind das die sogenannten Helicopter-Eltern?
Warum müssen jene, die gnadenlos auf die 50 zugehen oder diesen Zeniten schon überschritten haben, 30 Minuten darüber diskutieren, ob die Kinder eine Getränkeflasche mitnehmen dürfen. Und wenn ja, darf es eine aus Plastik sein? „Wie ist denn in Österreich überhaupt das Recyclingsystem?“ „Haben die Pfandflaschen?“ „Und neulich hab ich ja auch gelesen, dass Plastikflaschen so ungesund sein sollen.“
….
Das gleiche Spiel gab es dann zum Thema Handys – werden von den Lehrern eingesammelt und aufbewahrt- Haftung liegt trotzdem bei den Kindern, bzw. Eltern, wenn Smartphone & Co, aus der Lehreraufbewahrung geklaut werden. Logik- hallo?
mcs
Einen besonders großen Zeitraum für Diskussion nahm das Thema Ernährung auf der 11-stündigen Busfahrt ein. Die Reise beginnt um 12 Uhr mittags- ankommen werden sie wohl in Österreich gegen 23 Uhr. Dann gibt es nichts mehr zu essen.
„Kann man nicht auf einem Rastplatz zu McDonalds gehen?“
Um Gottes Willen! Diejenige, die dies von sich gab, wird geächtet – für immer.
Sicherlich war diese Person schon beim Schuldirektor zwecks Versetzungsantrag in die Parallelklasse… oder besser noch, an eine Schule am anderen Ende der Stadt.

Man möchte seine Kinder zu Selbstbewusstsein und Selbständigkeit erziehen – und das auch gerne schon vor Beginn des Teenageralters. Aber wie kann das gehen, wenn die Erziehungsberechtigten die Kinder nicht groß und selbständig werden lassen wollen?

Jeder tut sein bestes oder versucht es zumindest. Darum:
Mein Kind bekommt ein Sixpack Plastik-Wasserflaschen mit, 20 Euro extra für McDonalds und BurgerKing und einen Extra-iPod, damit es zum Einschlafen Musik hören kann- wenn es sich mal aus der Skifreizeitwelt wegbeamen möchte.

Rabenmutter, ich….

 

 

4 Kommentare zu „Rabenmutter, ich…

  1. *pruuuuust* … Du Arme, ich bin fast durch *schweißvonderstirnwisch* mit diesen Horrorabenden. Einer kommt noch – Abschlußfahrt, 12. Klasse – und glaub mal nicht, dass sich bis dahin die Eltern geändert haben, betüddeln ihre 18jährigen Kids immer noch 😉
    Liebe Grüße

    Gefällt 2 Personen

  2. Unterschreibe ich – 100% – auch wenn ich den Pieks mit den 50Jährigen verdauen muss! 😉 Was habe ich gejubelt, als ich mittels Volljährigkeit beider Kinder meinen Erziehungsauftrag erfüllt hatte und – sehr bewusst – den letzten Elternabend meines Lebens wahrnahm! (Neidische Blicke der anderen Eltern) 😀 … wenn ich an die Nutelladiskussionen im Kindergarten oder Biomüesli-Einwände-statt-Ketchupbrötchen in der Oberschule denke … Eltern lasst die Kinder leben! Im Heute! Schöner Beitrag!

    Gefällt 1 Person

  3. Wie sehr ich das unterschreibe !!!!!!!
    Und man sollte den Blogbeitrag der Schule zur Verfügung stellen …. nun gut, doch wohl eher nicht, denn das Kind muss es dann ausbaden.
    Ein Standard-Handy hätte mein Kind auf jeden Fall mitbekommen, und wenn die Handstand mit Ohren-Wackeln veranstaltet hätten.

    Gefällt 1 Person

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