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Rezension: „Ein Sommer ohne uns“

sommer

„Ein Sommer ohne uns“ von Sabine Both, ist am 15. Februar 2016 im Loewe-Verlag erschienen. Ein Jugendbuch!? Es geht um das Liebesleben zweier Teenager, die mitten im Abi stecken und bereits seit 5 Jahren ein Paar  sind. Für Familie, Freunde, für alle ist klar: die beiden gehören und bleiben zusammen – bis dass der Tod sie scheidet. Aber kann das gut gehen?

Tom und Verena kennen sich seit dem Kindergartenalter, seit Tom in das Haus nebenan gezogen ist. Die Kinder, Verena, ihr Zwillingsbruder Rollo und Tom, freunden sich an, ebenso die Eltern. Sie machen vieles gemeinsam, werden die dicksten Freunde. Doch am 13. Geburtstag der Zwillinge verändert sich etwas. Tom und Verena merken, dass sie verliebt sind und werden ein Paar – was schon immer alle wussten, dass es so kommen wird. Auch nach 5 Jahren Beziehung ist beiden klar, dass sie nach dem Abi zusammen ziehen, eine Familie gründen, Kinder bekommen werden– das volle Programm.

Doch plötzlich bekommen beide Zweifel: war das schon alles? Kann es richtig sein, mit nur einem einzigen Menschen jemals das Bett geteilt und Dinge erlebt zu haben? Tom und Verena wollen was Neues ausprobieren: eine Auszeit von der Treue nehmen, sich aber nicht fremdverlieben und dennoch ein Paar bleiben. Drei Monate lang– vom Abi bis zu dem Tag, an dem sie in eine gemeinsame Wohnung nach Marburg zum Studium ziehen.

Beide gehen feiern, lernen neue Leute kenne, die für kurze Zeit eine wichtige Rolle in dem Leben der zwei zu spielen scheinen. Verena trifft Jesse, einen Bandsänger, Tom trifft Isabell, die eigentlich Rollos Freundin ist, was sie aber nicht zu wissen scheint. Alles heimlich. Und ob das mit dem Nichtfremdverlieben gut geht?

Sabine Both schreibt ein Buch über Dinge, die beim Erwachsenwerden passieren. Das Leben ist schnell, man feiert, man trinkt, man will alles erleben, man fühlt sich unsterblich, nichts kann einem etwas anhaben und man will nichts und niemanden verpassen. Passt eine feste Beziehung da rein? Tom und Verena sind derartig miteinander verbandelt, dass sie meinen, sie können alles machen, ohne die Beziehung zu gefährden. Und dann lernen sie erstmals das wirkliche Leben kennen, mit all seinen Facetten: Liebe, Lust, Leidenschaft, Eifersucht, Verletzbarkeit.

Die Autorin schreibt in einem schnellen Tempo, das man nur ungerne unterbricht, in dem man das Buch aus der Hand legt. Die Kapitel sind kurz und wechseln aus der Perspektive von Tom und Verena. Ebenfalls kurz, aber keinesfalls abgehackt, sind die Sätze, die sie verwendet. Für den Leser angenehm: die Sprache. Sie ist zwar dem Alter der Protagonisten entsprechend, dennoch nicht „prollig“.  Erfreulich: sie sprechen und denken in vollständigen Sätzen– heutzutage einen Rarität- auch unter Gymnasiasten.

~ Mein Fazit ~

Ein wunderschönes Buch über die erste riesengroße Liebe! Ich denke, jeder Leser, egal, ob Teenager oder Erwachsener, erkennt einige Lebenssituationen wieder,  erinnert sich. Man erlebt das Abitur noch ein Mal, die Freiheit, die man nach Bestehen verspürt,  die erste Liebe, die erste Krise, die erste Frage: War das schon alles?
Der Leser leidet und freut sich mit Tom und Verena und spürt deren Lebensatmosphäre nach. Und versteht das Ende, was kein Ende ist, oder besser: sein soll.

Liebe Sabine Both, über eine Fortsetzung würde ich mich freuen. Danke für diese großartige Lebens- und Liebesgeschichte!

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